
Teddybären
Bautzen 2012
Ob Verkehrsunfälle oder Familiengewalt: Bautzener Polizisten haben immer wieder mit traumatisierten Kindern zu tun. Nun hilft ihnen ein neuer Kollege.
Eine Uniform trägt der neue Beifahrer im Streifenwagen nicht. Aber ein Namensschild – das jedoch noch leer ist. „Die Kinder sollen ihm selber einen Namen geben“, sagt Heike Hauptmann von der Autobahnpolizei. Im Bautzener Revier übergab die 37-Jährige jetzt einen großen Karton mit Plüschbären an Revierleiter Frank Wobst.
Was wie ein nettes Präsent aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Tagtäglich werden die Beamten zu Einsätzen gerufen, bei denen Kinder unter Schock stehen. Nach Unfällen etwa oder bei Gewalt in der Familie. „Wenn ein Mann seine Frau blutig geschlagen hat und ein Kind steht weinend dazwischen – da kann man als Polizist nicht so viel tun“, sagt Polizeichef Wobst. Das soll nun anders werden: Künftig liegt in jedem Streifenwagen ein Teddy zur Hand, den die Uniformierten traurigen Kindern in die Hand drücken können.
Die Polizei in Dresden hat damit schon gute Erfahrungen gemacht, sagt Heike Hauptmann, die sich für die Teddy-Ausstattung in der Oberlausitz einsetzt. Da gab es etwa den Reifenplatzer auf der Autobahn, bei dem eine Mutter mit ihrer knapp drei Jahre alten Tochter im Auto mehrfach gegen die Leitplanken geschleudert wurde. Das völlig verstörte Kind bekam den Teddy in die Hand gedrückt, den es auch im Rettungswagen und im Krankenhaus nicht mehr aus den Armen ließ. „Das Mädchen taufte den Teddy auf den Namen ‚Tita-Bär‘, weil er mit Tatütata gebracht wurde“, sagt Heike Hauptmann. Oder da war die Frau, die mit knapp vier Promille intus mit ihrem anderthalbjährigen Kind durch die Stadt taumelte, bis besorgte Passanten die Polizei alarmierten. Auch da kam der Teddy der Beamten als erster Tröster.
Zum Nulltarif sind die Kuscheltiere allerdings nicht erhältlich: Der Freistaat sieht keinen Teddy-Posten im Haushalt vor. Also ist Hilfe gefragt, um die Ausstattung des Bautzener Reviers mit Teddybären zu finanzieren. Revierleiter Frank Wobst und sein Kollege Martin Hottinger von der Autobahnpolizei gingen jetzt mit gutem Beispiel voran und spendeten Blut, um die Aufwandsentschädigung zu spenden.
Den richtigen Anschub für die Ausstattung der Streifenfahrzeuge in Bautzen, Bischofswerda und Wilthen gab aber eine Aktion des Vereins Bürger und Polizei zusammen mit der Sparkassen-Stiftung, die den Ankauf von gleich 64Teddys finanzierte. Von denen ist jetzt bei jeder Streife einer dabei.
Allerdings sind weitere Spenden gern gesehen: Denn die Beamten nehmen die tröstenden Teddys den Kindern natürlich nicht wieder weg, wenn der Einsatz vorbei ist. Deshalb braucht das Bautzener Revier Nachschub an den Kuscheltieren. Wer helfen will, kann sich beim privaten Blutspendedienst Haema als Erstspender registrieren lassen und dabei sagen, dass die 15-Euro-Prämie für die Teddy-Stiftung gedacht ist. Dafür können gleich mehrere Kuscheltiere angeschafft werden. Die Exemplare kosten im Ankauf nur 3,15Euro pro Stück – sind im Notfall aber unbezahlbar.
Wer spenden will, kann auch an die Teddy-Stiftung überweisen: Kreissparkasse Wittmund BLZ 28550000, Konto 1082007, Verwendungszweck: „Oberlausitz“
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Teddyübergabe
Engagement des Lions-Clubs Hamburg-Wandsbek
Der Lions-Club Hamburg-Wandsbek hat die Patenschaft über 250 Teddybären für Kinder in Notlagen übernommen und diese an die Feuerwehr und die Polizei übergeben, damit die Tröstebären auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt und sofort ausgehändigt werden können.
Für den Lions-Club Hamburg-Wandsbek war Herrn Karl-Ernst Bröcker und für die Deutsche Teddy-Stiftung unsere Botschafterin Miriam Stenzel dabei.
Die Ersthelfer freuten sich sehr über die Teddybären, um damit die Sprachlosigkeit gegenüber den Kindern im Einsatzfall zu überwinden.
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